Читаем Die Kinder der Erde полностью

»Veja«, sagte Luet, »es ist mir peinlich, daß du so etwas Verletzendes sagst. Und willst du wirklich deine gesamte Zukunft verändern, nur um Dazja eins auszuwischen?«

Chveja errötete und sagte nichts.

Endlich hatte Ojkib den Punkt erreicht, an dem er nicht mehr still sein konnte. »Ich weiß, was ihr tun solltet«, sagte er. »Laßt Dazja doch noch drei Tage lang schlafen. Wenn sie dann aufwacht, wären Dazja und Chveja genau gleich alt.«

Chveja verdrehte die Augen, als wolle sie sagen: Das ist doch keine Lösung! Doch Dazja drehte durch. »Ganz gleich, was passiert, mein Geburtstag käme noch immer zuerst!« schrie sie. »Ich bin das erste Kind, sonst niemand! Und deshalb werde ich wach bleiben, damit ich noch immer die älteste bin, wenn wir dort ankommen. Niemand wird mich je herumkommandieren!«

Ojkib stellte voller Befriedigung fest, daß Dazja soeben Nafai und Luet gezeigt hatte, warum Chveja nicht wach bleiben wollte, wenn Dazja wach blieb.

»Eigentlich«, sagte Luet, »hat niemand das Recht, andere Leute herumzukommandieren, nur weil sie die älteste oder klügste oder was weiß ich ist.«

Mehrere der jüngeren Kinder lachten. »Dazja kommandiert alle herum«, sagte Schjada, die als Dazjas nächstjüngere Schwester die Hauptlast von Dazjas Launen trug.

»Das tue ich nicht«, sagte Dazja. »Ich kommandiere weder Ojkib noch Protschnu herum.«

»Nein, du kommandierst nur die herum, die schwächer sind als du, du blöde Ziege!« sagte Schjada.

»Seid jetzt alle still«, sagte Nafai. »Ihr habt gerade eins der Probleme erlebt, die wir bekommen werden, falls wir euch während der Reise wach halten, um euch unterrichten zu können. Das Innere des Schiffes ist nicht sehr groß. Ihr werdet hier jahrelang zusammen eingepfercht sein. Auf Harmonie ließen wir euch eine Menge durchgehen, weil wir der Ansicht waren, ihr würdet im Lauf der Zeit vernünftiger. Aber während der Reise können wir nicht dulden, daß die älteren Kinder die jüngeren herumkommandieren.«

»Warum nicht?« sagte Dazja. »Die Erwachsenen kommandieren die Kinder doch ständig herum.«

»Dza«, sagte Luet ruhig, »du bist bestimmt intelligent genug, um zu verstehen, daß die drei Tage zwischen dir und Veja nicht so viel ausmachen wie die fünfzehn Jahre zwischen dir und mir.«

Chveja nahm den Faden sofort auf. »Wenn ich wach bleibe, Mutter, werde ich drei Jahre älter sein als du es warst, als ich geboren wurde, wenn wir die Erde erreichen.«

»Ja, aber sie war verheiratet«, sagte Rokja, Zdorabs und Schedemeis Sohn. Dann schien er plötzlich zu begreifen, was er gerade gesagt hatte, denn er errötete und hielt von nun an die Klappe.

»Ich glaube nicht, daß ihr euch jetzt schon um die Ehe Sorgen machen müßt«, sagte Luet.

»Warum nicht?« sagte Chveja. »Du machst dir doch auch Sorgen darum. Rokja ist der einzige Junge hier, der nicht mein Onkel oder ein doppelter Vetter ersten Grades ist.«

»Das wird kein Problem sein«, sagte Luet. »Schedemei hat mir gesagt, daß es keine genetischen Probleme geben wird. Falls ihr euch also in einen Vetter oder Onkel verlieben solltet, wenn ihr älter seid …«

Die meisten Kinder gaben stöhnende oder würgende Geräusche von sich.

»Ich habe gesagt, wenn ihr älter seid, und wenn diese Vorstellung euch nicht mehr abstoßend vorkommt, wird es keine genetischen Probleme geben.«

Aber Ojkib wußte, daß Schedemei vor dem Start die Überseele gebeten hatte, ihr zu vergeben, daß sie Nafai diese Lüge erzählt hatte. Des weiteren hatte sie die Überseele aufgefordert, Nafai zu sagen, er solle Ehen zwischen engen Vettern und Kusinen verbieten, falls irgendeine Gefahr darin liegen sollte. Er wußte aber auch etwas anderes, das Schedemei nicht gewußt hatte: daß alle ihre Behauptungen, sie wären von der Überseele sorgfältig herangezüchtet worden, um genetische Defekte auszuschließen, ihr von der Überseele eingegeben worden waren. Ojkib hatte diese sehr starke Mitteilung natürlich gehört; deshalb bereitete ihm die Vorstellung, eine Kusine zu heiraten, keine Probleme. Er konnte nur hoffen, daß die Überseele recht hatte — Ojkib und Yaja konnten schlecht beide Schedemeis und Zdorabs Tochter Dabrota heiraten. Deshalb mußte einer von ihnen eine Nichte heiraten oder unverheiratet sterben.

Chveja war damit nicht zufrieden. »Das hast du an diesem Abend nicht gesagt …«

»Veja«, sagte Luet und brachte alle Geduld auf, die sie besaß, »du hast nicht beide Seiten dieses Gesprächs gehört. Außerdem habe ich seitdem einige neue Informationen bekommen. Hab ein wenig Vertrauen, Schatz.«

Dann ergriff Motiga das Wort. Da ihm nichts am Thema Ehe lag, hatte er über etwas ganz anderes nachgedacht. »Wenn die Leute, die schlafen, nicht älter werden, werden die, die jetzt nicht hier sind, noch klein sein, wenn wir auf der Erde ankommen? Ich meine, werde ich größer als Protschnu sein?«

Luet und Nafai schauten sich an. Sie hatten es eindeutig vermeiden wollen, so eine Frage beantworten zu müssen. »Ja«, sagte Nafai schließlich. »Das bedeutet es.«

»Toll«, sagte Motiga.

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