»Aber vergiß nicht, Nafai«, sagte Zdorab. »Dasselbe gilt für die anderen Kinder. Glaubst du, daß Eljas’ Sohn Protschnu dir je verzeihen wird, wenn er erwacht und feststellt, daß dein
»Und damit haben sie recht«, sagte Nafai. »Aber was ihnen gestohlen wurde, das hat man ihnen erst genommen, nachdem sie es bereits zurückgewiesen hatten.«
»Daran werden sie sich nie erinnern.«
»Aber wirst du dich daran erinnern?«
Zdorab dachte kurz darüber nach.
»Wenn nicht«, sagte Schedemei, »werde
Zdorab lächelte sie grimmig an. »Gehen wir zu Bett«, sagte er.
Ganz gleich, wer später erwachen würde, beim Start selbst würden alle schlafen. Die Belastung und der Schmerz waren zu groß, um den Start bei Bewußtsein zu überstehen. Statt dessen würden sie von Schaum umgeben in ihren Schlafkammern liegen.
Jedes Ehepaar brachte seine jungen Kinder zu Bett, legte sie in ihre Tiefschlafkammern, küßte sie. Dann schlossen sie den Deckel und beobachteten durch das Fenster, wie die Kinder in den von Medikamenten hervorgerufenen Schlaf fielen, der den Prozeß einleitete. Einige Kinder hatten Angst, besonders die älteren, die ein wenig von dem verstanden, was hier geschah. Aber es herrschte auch Aufregung, Erwartung. »Und wenn wir aufwachen, werden wir auf der Erde sein?« fragten sie immer wieder. »Ja«, sagten ihre Eltern.
Dann führte Nafai die Eltern in den Kontrollraum und zeigte ihnen den Kalender mit der Einstellung, die bewirkte, daß sie zur Mitte der Reise geweckt werden würden. »Dann könnt ihr nach euern Kindern sehen und euch überzeugen, daß sie friedlich schlafen«, versicherte Nafai ihnen.
»Jetzt kann ich in der Tat beruhigt schlafen«, erwiderte Elemak mit trockener Ironie.
Nafai beobachtete, wie sie sich nacheinander schlafen legten, und er ermächtigte die Computer der Lebenserhaltung, sie nacheinander mit Medikamenten zu betäuben, mit Schaum zu umgeben und abzukühlen, bis ihre Körper kaum noch lebten. Dann stieg auch er in seine Kammer und zog den Deckel hinter sich zu.
Kein Mensch sah, wie das Schiff leise in die Luft stieg, hundert Meter, tausend, bis es so hoch war, wie die Magnetkraft des Landefeldes es heben konnte. Dann zündeten die Startraketen und feuerten in die Tiefe, während das Raumschiff in den Nachthimmel stieg.
Weit entfernt, auf der anderen Seite des schmalen Meeres, blickten Reisende auf der Karawanenstraße zum Himmel und sahen die Sternschnuppe. »Aber sie steigt empor«, sagte einer von ihnen. »Nein«, sagte ein anderer. »Das ist nur eine Illusion, weil sie sich uns nähert.«
»Nein«, sagte der erste wieder. »Sie steigt in den Himmel empor. Und sie ist viel zu langsam, um eine Sternschnuppe zu sein.«
»Wirklich?« höhnte der andere. »Was ist es dann?«
»Ich weiß es nicht«, sagte der erste. »Aber ich danke der Überseele, daß wir es sehen konnten.«
»Und warum das?«
»Weil es nach Millionen von Jahren nichts mehr gibt, du Narr, das man nicht schon hundertmal oder tausendmal oder sogar eine Million Mal zuvor gesehen hat. Aber
»Glaubst du.«
»Ja, das glaube ich.«
»Und was nutzt uns das? Etwas Wunderbares zu sehen und keine Ahnung zu haben, was man gesehen hat?«
Das Raumschiff
5
Der Lauscher
Als die anderen Kinder erwachten, nahmen sie alle an, sie müßten auf der Erde eingetroffen sein. Schließlich hatte man ihnen das erzählt, als man sie in die Tiefschlafkammern brachte — wenn ihr aufwacht, seid ihr auf der Erde.