Читаем Drei Kameraden полностью

Das Jackett war etwas knapp, aber es paßte ganz gut. Antonio pfiff vergnügt und hängte den Anzug heraus.»Das wird ein großer Spaß morgen«, erklärte er.»Glücklicherweise hat die kleine Sekretärin Abenddienst im Büro. Die alte Rexroth würde uns nicht 'rauslassen. Offiziell ist doch das alles verboten. Aber inoffiziell sind wir natürlich keine Kinder mehr.«

Wir gingen Skilaufen. Ich hatte ganz gut gelernt, und wir brauchten nicht mehr auf die Übungswiese. Unterwegs begegneten wir einem Mann mit Brillantringen, karierten Hosen und einem wehenden Künstlerschlips.»Komische Gestalten gibt es hier«, sagte ich.

Antonio lachte.»Das ist ein wichtiger Mann. Ein Leichenbegleiter.«

»Was?«fragte ich erstaunt.

»Ein Leichenbegleiter«, wiederholte Antonio.»Es sind doch hier Kranke aus aller Welt. Besonders viele aus Südamerika. Nun, und die meisten Familien wollen doch ihre Angehörigen zu Hause beerdigen lassen. Dann reist so ein Leichenbegleiter für eine anständige Entschädigung mit und bringt die Zinksärge hin. Auf diese Weise werden diese Leute wohlhabend und kommen viel herum. Den da hat der Tod zum Dandy gemacht, wie Sie sehen.«

Wir stiegen noch eine Zeitlang weiter auf, dann schnallten wir die Schier an und liefen. Die weißen Hänge schwangen auf und ab, und hinter uns raste kläffend, ab und zu bis an die Brust einsinkend, Billy, wie ein rotbrauner Ball. Er hatte sich wieder an mich gewöhnt, wenn er auch oft unterwegs kehrtmachte und spornstreichs mit fliegenden Ohren zum Sanatorium zurückjagte.

Ich übte Kristianias, und jedesmal, wenn ich den Abhang hinunterglitt und mich auf den Schwung vorbereitete und den Körper lose machte, dachte ich: Wenn dieser gelingt, ohne daß ich falle, wird Pat gesund. Der Wind sauste mir um das Gesicht, der Schnee war schwer und zähe, aber ich stemmte mich immer aufs neue ab, ich suchte immer steilere Abfahrten, immer schwierigeres Gelände, und als es wieder und wieder gelang, dachte ich: Gerettet!, und wußte, daß es töricht war, und wurde doch froh wie lange nicht.

Am Samstagabend war großer, heimlicher Aufbruch. Antonio hatte etwas abseits und unterhalb vom Sanatorium Schlitten bestellt. Er selbst rodelte mit Lackschuhen und offenem Mantel, unter dem die weiße Frackbrust herausblitzte, fröhlich jodelnd die Anhöhe hinunter.

»Er ist verrückt«, sagte ich.

»Das macht er oft«, erwiderte Pat.»Er ist grenzenlos leichtsinnig. Damit hält er hier durch. Sonst wäre er nicht immer guter Laune.«

»Dafür werden wir dich um so mehr einpacken.«

Ich wickelte sie in alle Decken und Schals, die wir hatten. Dann stampften die Schlitten bergab. Es war eine lange Kolonne. Alle, die konnten, waren ausgerissen. Man hätte meinen können, eine Hochzeitsgesellschaft führe zu Tal; so festlich nickten die bunten Federbüschel auf den Köpfen der Pferde im Mondlicht; und so viel wurde gelacht und von Schlitten zu Schlitten gerufen.

Der Kursaal war verschwenderisch dekoriert. Es wurde schon getanzt, als wir ankamen. Für die Gäste des Sanatoriums war eine Ecke reserviert, die vor Zugwind von den Fenstern her geschützt war. Es war warm, und es roch nach Blumen, Parfüm und Wein.

Eine Menge Leute saß an unserm Tisch – der Russe, Rita, der Geiger, eine alte Frau, ein geschminkter Totenkopf, ein Gigolo, der dazugehörte, Antonio und noch einige mehr.

»Komm, Robby«, sagte Pat,»wir versuchen einmal zu tanzen.«

Das Parkett drehte sich langsam um uns. Die Geige und das Cello erhoben sich zu einer sanften Kantilene über das raunende Orchester. Leiser schleiften die Füße der Tanzenden über den Boden.

»Aber mein geliebter Liebling, du kannst ja plötzlich wunderbar tanzen«, sagte Pat überrascht.»Na, wunderbar…«

»Doch. Wo hast du das gelernt?«

»Das hat Gottfried mir noch beigebracht«, sagte ich.»In eurer Werkstatt?«

»Ja – und im Café International. Wir brauchten doch auch Damen dazu. Rosa, Marion und Wally haben mir den letzten Schliff gegeben. Ich fürchte nur, es ist nicht gerade sehr elegant dadurch geworden.«

»Doch!«Ihre Augen strahlten.»Zum erstenmal tanzen wir so miteinander, Robby!«

Neben uns tanzte der Russe mit der Spanierin. Er lächelte und nickte uns zu. Die Spanierin war sehr bleich. Das schwarze, glänzende Haar umfaßte ihre Stirn wie ein Rabenflügel. Sie tanzte mit unbewegtem, ernstem Gesicht. Auf ihrem Handgelenk lag ein Armband von viereckigen, großen Smaragden. Sie war achtzehn Jahre alt. Vom Tisch her verfolgte der Geiger sie mit gierigen Augen.

Wir gingen wieder zurück.»Jetzt möchte ich eine Zigarette«, sagte Pat.

»Das solltest du lieber nicht«, erwiderte ich vorsichtig.»Nur ein paar Züge, Robby. Ich habe so lange nicht geraucht.«Sie nahm die Zigarette, legte sie aber bald wieder weg.»Sie schmeckt mir nicht, Robby. Sie schmeckt mir einfach nicht mehr.«

Ich lachte.»Das ist immer so, wenn man etwas lange entbehrt hat.«

»Hast du mich auch lange entbehrt?«fragte sie.

»Es ist nur bei Giften so«, erwiderte ich.»Nur bei Schnaps und Tabak.«

»Menschen sind ein viel schlimmeres Gift als Schnaps und Tabak, Liebling.«

Ich lachte.»Du bist ein kluges Kind, Pat.«

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