Fusum sorgte dafür, daß sie mit großen Ehren bestattet wurde, und bei seiner Grabrede lobte er sie dafür, daß sie das Volk auf die Ankunft der Menschen vorbereitet hatte — auch wenn sie nicht verstanden hatte, was die Götter für ihr Volk vorgesehen hatten. Im Verlauf der nächsten Tage verschwanden dann alle seine Rivalen und Widersacher und wurden nie wieder gesehen. Die Botschaft war klar: Das höchste Gesetz des Volkes der Wühler war Fusum, denn Fusum war Blutkönig, Kriegskönig, tiefe Mutter und, ja, Gott, alles in einem und für alle Zeiten. Die meisten jungen Männer waren damit zufrieden, denn er würde sie wieder zu Kriegern machen, nachdem sie so viele Jahre im Schatten der Menschen und unter dem Daumen der Frauen gelebt hatten. Und da die jungen Männer mit Fusum zufrieden waren, wagte es niemand, unzufrieden zu sein.
Fusum bat Elemak respektvoll, damit aufzuhören, seine lächerlichen Lehren über den Hüter der Erde zu verbreiten. Fusum nahm Chveja beiseite und erklärte ihr, ihre Anwesenheit schüchtere die Wühlerfrauen ein, und sie wären glücklicher, wenn sie damit aufhörte, ihnen die sichere Lagerung und Konservierung von Nahrungsmitteln zu erklären. Ein Mensch nach dem anderen wurde freundlich gebeten, dem Dorf fernzubleiben, bis schließlich nur noch Elemak, Mebbekew und Protschnu die Wühler besuchen durften.
Was konnte Volemak tun? Er bat Elemak, bei Fusum zu protestieren. Elemak sagte, er würde es tun, kam dann zurück und sagte, er hätte es getan. Er übermittelte Fusums Versicherung, nichts habe sich geändert, abgesehen davon, daß die Wühler nun selbst die Verantwortung dafür übernahmen, ihr Volk zu unterweisen. »Er hat gesagt, wir sollten glücklich sein, Vater, weil wir unseren Familien nun mehr Zeit widmen können.«
Es ging alles so still, so höflich vonstatten, daß Volemak sich einfach nicht einmischen
»Fusum hat Elemaks Kind entführt«, sagte Chveja ungläubig. »Wie hat Elemak sich mit ihm
»Ich glaube«, sagte Ojkib, »Elemak hat begriffen, daß Fusums Wahl des Entführungsopfers nicht persönlich gemeint war. Und ich glaube nicht, daß zwischen ihnen etwas besteht, das du oder ich als Freundschaft betrachten würden.«
Aber es spielte keine Rolle mehr, was die anderen davon hielten. Es war vollbracht.
Zu diesem Zeitpunkt fingen sie an, ernsthaft auf Volemaks Gesundheitszustand zu achten. Volemak sprach sogar mit einigen persönlich darüber.
Er und Nafai kamen mit Huschidh und Chveja zusammen und erstellten eine Liste, wer den Nafari und wer Elemak treu ergeben war. »Wir werden erneut in Nafari und Elemaki gespalten«, sagte Chveja. »Ich dachte eine Zeitlang, diese Tage lägen hinter uns.«
Volemak schaute traurig, aber nicht grimmig drein. »Ich habe gewußt, daß Elemak sich verändert hat. Aber er hat nicht Großzügigkeit, sondern Geduld gelernt. Die Überseele hat es die ganze Zeit gewußt.«
Bei den Menschen waren die Nafari den Elemaki zahlenmäßig weit überlegen, und würde es allein unter ihnen zum Kampf kommen, konnte aufgrund der Anzahl der Erwachsenen, die als Soldaten dienen würden, kein Zweifel am Ausgang des Ringens bestehen. Aber natürlich war nun allen klar, daß die Schlacht, falls sie denn stattfand, zwischen Nafais Menschen und Fusums Wühlerheer ausgetragen werden würde. In diesem Maßstab standen Nafai nur eine Handvoll Soldaten zur Verfügung, und niemand hegte auch nur die geringste Zuversicht, daß die Engel sich, wie bereitwillig sie auch sein mochten, in einem offenen Krieg gegen die Wühler behaupten konnten. Es durfte zu keinem solchen Kampf kommen. Nafai und seine Leute würden fortziehen müssen.
Doch selbst bei Kokors und Sevets Kindern war mehr als die Hälfte Nafai treu ergeben — zum Teil wegen des offenen Geheimnisses, daß ihre Mütter Elemaks Geliebte waren. »Die eigentliche Schwierigkeit«, sagte Huschidh, »ist darin zu sehen, daß Eiadh Nafai vielleicht am treuesten von allen ergeben ist und so viele ihrer Kinder und Enkelkinder wird mitnehmen wollen, wie ihr nur möglich ist.«
»Wie viele von ihnen würden denn mitkommen?« fragte Nafai.