Um ehrlich zu sein … Nafai hatte es vielleicht auch nicht genossen. Aber so gutherzig er auch sein mochte, er
Das Problem heute würde nicht Elemak sein … eigentlich nicht. Das Problem würden die Wühler sein. Schedemei konnte Elemak und seine menschliche Gefolgschaft problemlos aufhalten. Aber sie konnte nicht alle von Fusums Soldaten aufsuchen und zurückhalten, und diese würden das Töten übernehmen, wenn sie die Nafari einholten, solange sie noch unterwegs waren, behindert durch Kinder und Säuglinge, Vorräte und Tierherden.
Was auch immer Schedemei also tun würde, sie würde die Wühler überzeugen müssen, daß sie warteten; wenn die Wühler nicht gingen, würde auch Elemak warten müssen.
Deshalb ging Schedemei durch das Dorf und schenkte dem Geschrei nicht die geringste Beachtung, als Elemak, Mebbekew und Protschnu alle Häuser durchsuchten, genauer gesagt, durchwühlten, und einander zuriefen, wer alles verschwunden war, und von Verrat sprachen. Mebbekew schaute sie an und rief ihr etwas zu, suchte dann brüllend nach Elemak, rief, daß auch Schedemei geblieben war und daß sie das Schiff einfach nicht verlassen konnte. »Wir haben die Laboratorien! Wir haben die Computer! Wir haben die Überseele!« Doch später würde noch genug Zeit bleiben, ihm die Illusionen zu nehmen.
Schedemei ging zu der Stelle, an der die Wachen der Wühler sich entsetzt berieten und sich fragten, was mit ihnen geschehen würde, wenn Fusum irgendwie erfuhr, daß sie fast die ganze Nacht durchgeschlafen und nichts gesehen und gehört hatten, während die meisten Menschen entflohen waren. »Fusum wird euch töten«, sagte sie in ihrer stockenden Wühlersprache.
Sie antworteten ihr in der Menschensprache, wofür sie dankbar war: »Was können wir tun? Was ist mit uns geschehen? Jemand hat uns vergiftet!«
»Es war der Hüter der Erde«, sagte sie. »Der Hüter der Erde hat euch zurückgewiesen, da ein Mörder über euch herrscht. Ihr habt einen Mörder zu eurem Blutkönig und eurem Kriegskönig gewählt.« Dann ließ sie mit einiger Anstrengung ihre Haut aufleuchten. »Habt ihr etwa geglaubt, es würde unbemerkt bleiben, daß Fusum die Statue des Unberührten Gottes entweiht hat?«
Sie verabscheute es, dies zu tun. Es war sehr mühsam gewesen, die Wühler vom Aberglauben zu befreien, und nun fachte sie all ihre alten Ängste und religiösen Überzeugungen wieder an. Doch wie sonst konnte sie angesichts der geringen Macht, die sie hatte, Kontrolle ausüben?
Sie warfen sich vor Schedemei auf den Rücken, boten ihr in einer Geste der Unterwerfung die Unterleibe an.
»Ich will eure nackten Bäuche nicht«, sagte sie. »Verhaltet euch doch mal wie Männer! Hättet ihr euch zuvor wie Männer benommen, wäre der Hüter der Erde jetzt nicht so wütend auf euch.«
»Was sollen wir tun, Große?«
»Bringt mir den Freund-Töter, den Lügner, der Nen auf der Jagd ermordet hat.«
Die Anklage war wie eine elektrische Strömung, die sie plötzlich durchfloß. »Also war es nicht der Panther! Nicht der Panther!« sagten sie.
»Da war ein Panther«, sagte Schedemei, »aber der Panther hat einen Mann getötet, der zuvor durch einen Schlag von einem Freund niedergestreckt worden war.« Noch während sie dies sagte, fragte sie sich, ob es stimmte, und falls ja, woher sie es wußte.
›Das frage ich mich selbst.‹ Die Stimme der Überseele war klar und deutlich in ihrem Kopf.
Könnte es wahr sein? fragte sie.
›Ich gebe auf die Menschen acht. Ihr seid die einzigen, die so verändert wurden, daß ihr mich hören könnt, so daß es mir möglich ist, euren Verstand zu erreichen.‹
Aber wir haben zwölf Satelliten in die Umlaufbahn gebracht, sagte sie. Du mußt sie doch sehen können, auch wenn du ihre Gedanken nicht hören kannst.
›Ich wurde nie darauf programmiert, auf Tiere zu achten.‹
Nun, erwiderte Schedemei wütend, ich programmiere dich
›Sie sind keine Menschen, also kann ich sie auch nicht als solche betrachten.‹