Читаем Headhunt - Feldzug der Rache: Ein neuer Fall für Special Agent Pendergast (Ein Fall für Special Agent Pendergast 17) (German Edition) полностью

Er wandte den Kopf. »Ja, Mr. Petowski?«

»Diese Hundert-Dollar-Gehaltserhöhung pro Woche, die ich erwähnte … die nehme ich zurück. Rückwirkend.«

Während Harriman wieder durch den Newsroom ging, hob keiner den Blick, um seinem zu begegnen. Alle waren fleißig bei der Arbeit, hockten gebeugt vor ihren Notebooks oder Computerbildschirmen. Doch gerade als er an der Tür ankam, hörte er, wie jemand mit leiser Singsangstimme intonierte: »Ihr Einprozenter, kehret um, bevor es zu spät ist …«




66

Schweigsam betrat D’Agosta hinter Pendergast Anton Ozmians Apartment im Time Warner Center. So wie das Riesenbüro in Lower Manhattan lag auch die Neunzimmerwohnung sozusagen in den Wolken. Der einzige Unterschied war der Ausblick: Statt des New Yorker Hafens lagen vor und unter den Fenstern die spielzeuggroßen Bäume, Rasenflächen und mäandernden Wege des Central Park. Es schien, als ob der Mann die Banalität eines Lebens auf Meereshöhe verachtete.

Die Teams der Spurensicherung waren schon längst gekommen und gegangen – man hatte herzlich wenig Hinweise darauf gefunden, dass Grace Ozmian hier erschossen worden war –, und jetzt befanden sich nur noch ein paar Kriminaltechniker des NYPD in der Wohnung, schossen hier und da ein paar Fotos, machten sich Notizen und unterhielten sich leise. Pendergast hatte nicht mit ihnen gesprochen. Er war mit einer langen Rolle Architektenplänen unterm Arm erschienen, dazu mit einem kleinen elektronischen Gerät, einem Laserentfernungsmesser. Er hatte die Pläne auf einem Tisch aus schwarzem Granit im riesigen Wohnzimmer ausgelegt – der Industrie-Stil der Wohnung ähnelte dem der DigiFlood-Büroräume – und inspizierte sie in allen Einzelteilen, wobei er sich hin und wieder aufrichtete, um sich im Zimmer umzusehen. An irgendeinem Punkt erhob er sich und nahm das Aufmaß mit dem Lasergerät, lief durch mehrere angrenzende Zimmer, um auch dort Maß zu nehmen, und kehrte schließlich zurück.

»Sonderbar«, sagte er schließlich.

»Was ist sonderbar?«, fragte D’Agosta.

Doch Pendergast hatte sich vom Tisch weggedreht und ging zu einer langen Wand hinüber. Davor standen Bücherborde aus poliertem Mahagoni, die hier und da von Kunstwerken auf Sockeln unterbrochen wurden. Mit langsamen Schritten ging er an den Bücherborden entlang, dann trat er kurz zurück, ähnlich einem vermeintlichen Kunstkenner, der ein Gemälde in einem Museum betrachtete. D’Agosta sah zu und fragte sich, was Pendergast im Schilde führte.

Zwei Tage zuvor, als Pendergast nur Minuten bevor D’Agosta in die Luft gesprengt worden wäre, wieder erschienen war, hatte er hauptsächlich eine Riesenerleichterung verspürt, dass er schließlich doch nicht auf eine höchst demütigende und erbärmliche Weise sterben musste. Seitdem hatte D’Agosta viel Zeit zum Nachdenken gehabt, wobei seine Gefühle und Gedanken immer komplizierter geworden waren.

»Hören Sie mal zu, Pendergast –«, setzte er an.

»Einen Moment, Vincent.« Pendergast hob eine kleine römische Büste von ihrem Sockel, stellte sie wieder zurück. Er ging die Reihe der Bücherborde weiter entlang, drückte hier, stupste da. Nach einigen Augenblicken blieb er stehen. Insbesondere ein Buch schien ihn zu interessieren. Er streckte die Hand danach aus, zog es heraus und spähte in den so entstandenen Spalt. Er steckte seine Hand hinein, tastete herum und schien irgendetwas zu drücken. Man hörte das laute Klicken eines Schlosses, dann rollte der gesamte Abschnitt des Bücherbords nach vorn und löste sich von der Wand.

»Erinnert Sie das an eine bestimmte Bibliothek, die wir beide kennen, Vincent?«, fragte Pendergast leise und zog das Regal auf seinen gut geölten Angeln auf.

»Was zum Teufel ist das?«

»Gewisse Ungereimtheiten in den Bauplänen für diese Wohnung haben in mir den Verdacht geweckt, dass sie möglicherweise einen versteckten Raum enthält. Meine Messungen haben es bewiesen. Und dieses Buch«, er hielt eine zerfledderte Ausgabe von J. H. Patternsons Man-Eaters of Tsavo hoch, »schien mir zu passend, als dass ich es übersehen konnte. Was die Sache betrifft, die ich gefunden habe – glauben Sie nicht, dass noch ein großes Stück in diesem Puzzle fehlt?«

»Hm, nein, eigentlich nicht.«

»Nein? Was ist mit den Köpfen?«

»Die Polizei glaubt –« D’Agosta hielt inne. »O verdammt. Doch nicht hier?«

»O doch – hier.« Pendergast zog eine Taschenlampe aus der Tasche und schaltete sie ein, betrat den dunklen Raum, den das aufschwingende Bücherbord zum Vorschein gebracht hatte. D’Agosta folgte und unterdrückte eine gewisse Furcht.

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