Читаем Headhunt - Feldzug der Rache: Ein neuer Fall für Special Agent Pendergast (Ein Fall für Special Agent Pendergast 17) (German Edition) полностью

»Und eben darum hat unsere Abteilung für Verhaltenswissenschaften kein Profil von dem Mann erstellen können. Denn psychologisch betrachtet war er gar kein Serienmörder. Er war wahrhaft sui generis

»Sui was … was heißt –?«

»Ist nur ein lateinischer Ausdruck. Er bedeutet: ›seiner eigenen Art; einzig, besonders‹.«

»Ich muss hier raus.«

Pendergast schaute auf die leere Tafel mit seinem Namen darauf. »Sic transit gloria mundi«, murmelte er erneut auf Lateinisch. Und dann wandte er sich ab und ging schnellen Schrittes aus diesem kleinen Horrorkabinett.

Sie kehrten in das riesige Wohnzimmer in Ozmians Wohnung mit ihren weiten Ausblicken zurück. D’Agosta trat ans Fenster und atmete tief durch. »Von manchen Dingen wünscht man, man hätte sie nie gesehen.«

»Zeuge des Bösen zu sein heißt, menschlich zu sein.«

Pendergast gesellte sich ihm am Fenster zu. Einen Augenblick lang schauten sie schweigend hinaus. Die winterliche Landschaft New Yorks war in das blassgelbe Licht des späten Nachmittags getaucht.

»Auf merkwürdige Weise hatte dieser eingebildete Harriman recht – die Einprozenter ruinieren tatsächlich diese Stadt«, sagte D’Agosta. »Außerdem ist es irgendwie komisch, dass sich herausgestellt hat, dass der Mörder selbst zu den Einprozentern gehört. Einfach nur ein superreicher, selbstgefälliger Dreckskerl, der auf Kosten aller anderen seinen Spaß hat. Ich meine, sehen Sie sich doch mal diese Wohnung an! Ich könnte kotzen. Diese arroganten Arschlöcher in ihren Penthouses, die in ihren Stretchlimousinen mit ihren Chauffeuren und Butlern in der Stadt herumgondeln …« Er verstummte, weil er merkte, dass sein Gesicht rot angelaufen war. »Sorry. Sie wissen, dass ich nicht Sie gemeint habe.«

Zum ersten Mal, seit er sich erinnern konnte, hörte er Pendergast lachen. »Vincent, es ist nicht wichtig, was man auf dem Bankkonto hat, sondern im Kopf, um einen klugen Mann zu paraphrasieren. Die Teilung in die Reichen und alle anderen ist ein falscher Gegensatz – und zwar einer, der das wahre Problem verdeckt: Es gibt viele böse Menschen in der Welt, reiche und arme. Das ist die wahre Unterscheidung – zwischen jenen, die nach dem Guten streben, und jenen, die nur an sich denken. Dabei vergrößert Geld natürlich den Schaden, den die Reichen anrichten können, es erlaubt ihnen, ihre Vulgarität und ihre Vergehen vor aller Augen zur Schau zu stellen.«

»Was ist also die Antwort?«

»Um einen anderen klugen Mann zu zitieren: ›Die Reichen werden immer unter uns sein.‹ Es gibt keine Antwort, außer dafür zu sorgen, dass es uns Reichen nicht gestattet ist, unser Geld als Mittel der Unterdrückung und Unterwanderung der Demokratie einzusetzen.«

D’Agosta wunderte sich über dieses für Pendergast untypische Philosophieren. »Ja, aber diese Stadt, New York, ist dabei, sich zu verändern. Inzwischen können sich nur noch die Reichen Manhattan leisten. Brooklyn und sogar Queens gehen denselben Weg. Wo sollen arbeitende Menschen wie ich in zehn, zwanzig Jahren wohnen?«

»Es gibt immer noch New Jersey.«

D’Agosta räusperte sich. »Das ist nicht Ihr Ernst, oder?«

»Ich fürchte, der Trophäenraum des Grauens hat mich zu einer unangemessen humorigen Bemerkung verführt.«

D’Agosta verstand sofort. Es war wie bei diesen Gerichtsmedizinern, die ein Mordopfer mit offenem Körper auf ihrem Tisch liegen hatten und dabei Witze über Spaghetti und Fleischklöpse rissen. Irgendwie musste das Grauen dessen, was sie soeben gesehen hatten, durch belangloses Geplauder ausgetrieben werden.

»Um wieder auf den Fall zu sprechen zu kommen«, sagte Pendergast hastig. »Ich muss Ihnen eingestehen, dass ich persönlich bekümmert und sogar geläutert bin.«

»Wieso das?«

»Ozmian hat mich komplett getäuscht. Bis er versucht hat, uns Hightower als Tatverdächtigen unterzuschieben, hatte ich nicht die leiseste Ahnung, dass er der Täter sein könnte. Das wird mir noch sehr, sehr lange Kopfzerbrechen bereiten.«




Epilog



Zwei Monate später

Die untergehende Sonne schien golden auf die Hänge des Äußeren Himalaja in Indien und warf lange Schatten auf die Ausläufer und steinigen Täler des Gebirges. Unweit des Fußes der Dhauladhar-Bergkette Himachal Pradesh, ungefähr achtzig Kilometer nördlich von Dharamsala, herrschte Stille – bis auf den fernen Klang der tibetanischen Tempeltrompeten, die die Mönche zum Gebet riefen.

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